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Lebensbedingungen

 

Die Bevölkerung der Gemeinde von Ocongate besteht zu etwa 82% aus Indigenas - in Peru wird der Begriff “Indio” meist abwertend gebraucht. Sie sprechen die alte Indianersprache Quechua (externer Link zum Quechua) und werden deshalb von den Mestizen und den hellhäutigen Nachfahren der spanischen Eroberern oft verachtet.

Im Hauptort Ocongate (ca. 1000 Einw.), der an der unbefestigten Durchgangsstraße in den Regenwald liegt, leben vor allem spanisch sprechende Mestizen.                      

Nur hier gibt es auch elektrisches Licht, fließendes Wasser und ziegel- oder blechbedeckte Steinhäuser mit richtigen Fensterscheiben. Die abseits liegenden sehr kleinen Dörfer oder Weiler (spanisch: Comunidades) haben keinerlei Infrastruktur, die Häuser dort sind aus Adobe (Lehmziegel) gebaut und meist noch mit Stroh gedeckt.                  

Während die Einwohner des Hauptortes sich auf dem Markt versorgen können, ernähren sich die quechuasprechenden Bewohner der Comunidades ausschließlich von Kartoffeln aus dem eigenen Anbau und hin und wieder von dem Fleisch ihrer Weidetiere. Die spärliche Puna-Vegetation oberhalb von 4000 Metern kann nur noch Lamas, Alpakas und Schafe nähren. Etwa 90 % der Bevölkerung sind fehlernährt und haben eine Lebenserwartung von unter 50 Jahren. Die hohe Sterblichkeit im Kleinkind-Alter ist vor allem durch klimatisch begünstigte Lungenkrankheiten verursacht.
Haupttodesursache bei Erwachsenen ist Darmverschluss auf Grund der einseitigen Ernährung.

Im Hauptort Ocongate gibt es inzwischen eine staatliche Krankenstation, zu der die Patienten aus den Comunidades allerdings nur in mehrstündigem Fußmarsch gelangen können. Die Ausstattung dieser Stationen erlaubt es nicht alle Krankheiten und Notfälle zu behandelt.
Bei Komplikationen bei der Geburt z.B müssen Frauen. in das nächste Krankenhaus gebracht werden, und das ist in Cusco. Es kann nur in mehrstündiger Fahrt über Schlagloch-
pisten erreicht werden, in der Regenzeit unter Umständen gar nicht.

Im Flußtal des Hauptortes Ocongate werden in der Regenzeit neben Kartoffeln auch Mais, Gerste und Hafer angebaut, auf winzigen Feldern auch Zwiebeln und Karotten. Oberhalb von 4000 m wachsen nur noch Kartoffeln. Eine Bauernfamilie (campesinos) besitzt dort durchschnittlich weniger als einen Hektar Ackerland, auf dem nur alle sechs bis sieben Jahre Kartoffeln gepflanzt werden können, dazwischen muß der Boden zur Erholung brach liegen.

Die kargen Böden ermöglichen also nur mit Mühe ein Überleben. Eine Bauernfamilie mit durchschnittlich sechs Kindern hat ein Tageseinkommen von knapp einem US-Dollar.
Eine Schuluniform kostet bereits 35 Dollar und auch sonst sind die Grundnahrungsmittel recht teuer.
Obst, Gemüse und Milch sind Luxusgüter.
Die Campesinos besitzen nur das an Kleidung, was sie am Leib tragen und die Sandalen sind aus alten Autoreifen hergestellt. Die Landflucht ist groß, denn viele Jugendliche verlassen die Dörfer und versuchen ihr Glück in der Stadt.

brach liegender Kartoffelacker

Vom Hagel zerstörter Kartoffelacker

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